Erfahrungsbericht X-Treme Höllencamp by Sven Flosse Schulz und Joytrip Holidays

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    • Erfahrungsbericht X-Treme Höllencamp by Sven Flosse Schulz und Joytrip Holidays

      Es ist jetzt rund drei Wochen her, dass ich zu Hause aufwachte und dachte: Was ein geiler Scheiß! Wie krass war das denn?

      Mittlerweile haben andere Teilnehmer auf ihren Social-Media Kanälen ihre Version der Geschichte erzählt. Leider wurde hier an einige Stellen maßlos übertrieben oder die Reihenfolge völlig durcheinander geworfen, als auch Dinge geschildert, die gar nicht passiert sind.
      Nun, jeder erzählt natürlich so, wie er/sie es erlebte, je nach Grad der eigenen Grenzerfahrung kann es da schon mal zu teils heftigen Verschiebungen in der Wahrnehmung kommen. Deshalb: Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit meines Berichtes, werde Details auch auslassen (man will ja nicht alles im Vorfeld wissen ;) ) und ggf. selber die Reihenfolge nicht ganz korrekt darstellen.

      Hier eine kleine Erläuterung von Sven Flosse Schulz:

      "Ich werde keine Details zum Ablauf schildern nur einige Eckdaten zum besseren Verständnis geben!

      36h

      Marschleistung: ca 34 km
      Ruhephasen: 1 x 3 h + -
      Kalorienzufuhr pro TN : 830 kcal
      verbraucht ca 10.000 kcal (36h)

      Gewichte :
      Baumstämme groß 100-120 kg
      Baumstamm klein 25 kg
      Taktische Weste Innengewicht : 2 x 3 kg Platte (als "Riese" kann das schon mal mehr sein ;), mehr dazu später im Text)
      Sandsack:15 kg

      Hindernisbahn: ca 700 m a 15 Hindernisse

      Zeit in den Bunkern ... deutlich mehr als empfunden ..deutlich !!

      Und als abschließende Erläuterung..
      das sind nur kleine Ausschnitte.. der ganze Umfang erstreckt sich weit über die Hindernisbahn hinweg ..und das ganze unter permanentem Druck und Drill durch die Instruktoren !

      Hältst du durch ???
      Melde dich an !!!!

      http://survival-by-flosse-ulm.com/höllencamp/ "

      Klar ist, dass dies nur eine schematische Darstellung dessen ist, was kommen KANN. Denn: Es werden Gewichte, Energiezufuhr, Distanzen, Gewicht in der Weste, Ruhepausen, etc. variiert. Jede Gruppe ist anders belastbar und stark oder schwach. Genau so jeder einzelne Teilnehmer einer Gruppe. Keiner wird hier besonders hart kaputt gemacht (z.B. weil den Ausbildern die Nase nicht gefällt), es sei denn die individuelle Belastbarkeit (und da haben die Ausbilder ein sehr gutes Auge für) lässt dies zu.
      Hier sinngemäß aus dem Haftungsausschluss: Keiner MUSS alles mitmachen, wenn man sich etwas nicht zutraut (Höhe/Enge Räume/etc.), dann kann man das äußern und wird anders belastet in der Zeit, in der die Gruppe Entsprechendes leisten muss.

      But first things first: Wie komme ich überhaupt zum Höllencamp?
      Gabriel, einer meiner Teamkollegen der Mudbusters ( mudbusters-ocr.de/ ) hatte bereits im Fernsehformat teilgenommen. Hier war die Ausrichtung eine andere: Es ging darum Bester/Letzter zu werden.
      Dies war bei uns anders: Wir waren ein TEAM aus Einzelkämpfern. Es ging um das Gruppenerlebnis und darum, dass wir es als Team auch gemeinsam schaffen werden. Über Gabriel und unsere Kontakte zu Joytrip Holidays ( joytripholidays.com/ ) wurden unser Interesse geweckt. Ich habe mich erst knapp zwei Wochen vor dem Höllencamp dafür angemeldet, hatte also nicht wirklich viel Zeit mich intensiv mit Gedanken des Kommenden zu quälen ;) . Wie sich herausstellen sollte: vier Mudbusters waren angemeldet, zwei sind "gerüchteweise krankheitsbedingt" ;) leider ausgefallen. Könnte auch einfach Angst gewesen sein . Wird man wohl nie erfahren ;)

      Mein Gedanke war: 36 h sind nicht sooo lang, ich war bei der Bundeswehr, groß anders als ne verschärfte Grundausbildung (AGA) kann es wohl nicht sein. Ich sollte eines Besseren belehrt werden, denn: Die AGA ist an Menschenführungskonzepte gebunden. Das Höllencamp nicht. mehr dazu im folgenden Bericht.

      Es fand in Montabaur auf dem Paintballgelände statt, welches Bunker und co. sein Eigen nennt. Ich vermute das war mal ein Militärgelände. Von meinem Wohnort ca. eine Autostunde entfernt. Ich habe schon Puffer einkalkuliert, schaute regelmäßig vorher aufs Navi, aber spontan auftretende (zwei) Staus kann keiner voraussehen. Ich kam exakt zwei Minuten zu spät an. Die andren Gruppenteilnehmer, die ich nicht kannte, waren gerade dabei sich zu sammeln. Support war da von Joytrip Holidays und vom Team Mudbusters. Krank ja, aber alleine lassen: Nein! Coole Aktion Patrick! :)

      Die Aufmerksamkeit von Sven (Chef des Ganzen) lag damit schnell bei mir. Zudem war ich auch noch der Größte Teilnehmer. "Hey, wir kennen uns noch nicht, ich bin Sven, Du bist der Größte. Das sind meine Lieblinge (mit einem diabolischen Grinsen auf den Lippen"...mir graute schon Böses.....mein Spitzname war ab sofort "Riese".

      Wir hatten natürlich im Vorfeld eine Packliste bekommen. Hatten alle alles Mögliche an Zeug für Outdooraktivitäten und Wechselklamotten dabei. Als wir dann antraten: "Ihr nehmt Euch raus: Ein paar Wechselsocken und eure Fleecejacke/Softshelljacke, packt diese in Euren Rucksack. Den Rest den Ihr meintet zu brauchen packt Ihr wieder ins Auto". Autoschlüssel und Wertgegenstände wurden vom Chef verwahrt.
      Anschließend sollten wir in einen der Bunker. Dort wurden wir mit einer Feldflasche, einem Ganzkörperparker (Baumwolle), einem Helm und einer Gewichtsweste ausgestattet. Kann auch andersrum gewesen sein. Die folgende Instruktion: Keiner hat einen Namen, die Nummern auf Helm und Weste sind ab sofort Eure Namen (ich war Nr. 3, aber auch je nach Laune Riese ;) ). Das Reden wurde uns untersagt, während der kompletten Zeit. Einzige Ausnahmen waren: In unsrer Heimat, das Camp, sofern kein Ausbilder anwesend ist oder wenn es uns explizit erlaubt wurde. Natürlich durften wir mit Fragen die Ausbilder jederzeit fragen, wenn es den sinnvoll war. Z.B.: "Ausbilder, meine Trinkflasche ist leer", "Ausbilder, ich habe mich verletzt..." usw. Ein Sanitäter war jederzeit da und hat sich hervorragend um uns gekümmert. An dieser Stelle nochmal: Vielen Dank, Dein Engagement war top und es hat nicht nur mir geholfen!!! Später dazu mehr.

      Wir waren fertig gekleidet, traten an, die ersten Einheiten begannen unmittelbar. Wir schulterten einen Sandsack und marschierten durchs Gelände. Nebenbei: Während der gesamten Zeit haben wir versucht die Zeitansätze für die Etappen zu erfragen. Wir wurden komplett im Dunkeln gelassen, was wie lang dauert. Dies ist Teil des Konzeptes.
      Wir haben dann irgendwann den Sack ablegen dürfen, marschierten oder liefen teils im Laufschritt durchs Gelände, "um es kennen zu lernen".

      Zwischendrin marschierten wir zum Galgen. Dort hing eine Glocke. "Hier ist der Galgen, wer aussteigen will läute die Glocke, reiße den Nummernpatch ab, werfe ihn auf den Boden. Dann Seid Ihr unwiederbringlich raus."

      Dann kam für uns der erste wirkliche Horror. Eine Grube mit Betonwänden, gefüllt von Grund/Regen/Brackwasser. Nicht bewegt, kein Geruch, sobald man da rein geht..Yummy ;). Außentemperatur ca. 7 Grad, wegen der zunehmenden Dämmerung fallend. Das Wasser war nicht wirklich wärmer. Am Ende des Tümpels eine Betonwand, ein Tau hing runter. Unsere Aufgabe: Durchwaten (je nach Körpergröße) oder schwimmen, am Ende hoch. Die Gruppe kannte sich immer noch nicht. Also waren auch Stärken/Schwächen der Teilnehmer noch gänzlich unbekannt. Die erste Teilnehmerin wollte hier aufgeben. Durch gutes Zureden (das war kurz erlaubt) konnten wir sie mit Hilfe der Ausbilder motivieren weiterzumachen.
      Das bis dahin unkommunizierte, aber fixe Ziel für uns war: KEINER gibt auf, ALLE schaffen es, als TEAM schaffen wir ALLES!!!
      So war es auch. Die gesamte Gruppe schaffte diese Challenge. Und auch alle Folgenden.

      Anschließend durften wir unser Basecamp beziehen. Arsch kalt. Alle durchnässt. Ein Schirm, oben und zu den Seiten offen, Durchmesser zw. 7 m und 10 m. Hier durften wir das erste mal reden. Uns wurde minimal viel Feuerholz zur Verfügung gestellt, den Rest "durften" wir auf dem Weg zur Toilette (und NUR da) sammeln. Es war natürlich nass. Es hatte die Tage vorher viel geregnet. Eine große Plane, vier Säcke Stroh (wer ahnt, wie oft das "Filmzitat" kam? ;) ;) ), Dünne Decken, für jeden eine. Wir bekamen seitens der Ausbilder den einen oder anderen Tipp, wie wir das Feuer starten können, was wir mit dem Stroh machen können (partiell fürs Feuer genutzt, partiell haben wir es zwischen die doppelt ausgelegte Plane, als Wärmedämmung gesteckt). Wir bekamen zudem für einen kurzen Zeitraum ein Messer gestellt, womit wir das Holz kleiner machen konnten, sowie eine Packung Streichhölzer. Schon mal versucht zitternd und nass ein Streichholz zu zünden? Nein? Viel Spaß ;)
      Da wir reden durften, haben wir uns entsprechend eingeteilt. Einige holten Feuerholz, machten Feuer, wrungen die nassen Klamotten aus, usw.. Es stellte sich raus, dass die, die schon mal im Camp waren (glaube es waren zwei), plus meine Wenigkeit und noch einer bei der Bundeswehr waren. Dies half enorm weiter! Wir wussten in etwa, was wir wie machen können. Eine Erinnerung: Der Körper strahlt wärme aus, die Trinkflasche also am Körper tragen, denn: Das Wasser wird dadurch ein wenig erwärmt, ohne zusätzliche Energie dafür zu brauchen. Zudem wurde dies auch von einem Ausbilder erklärt. Trinkt man hingegen kaltes Wasser, ist der Verbraucht der Energie deutlich höher. Der Versuch die Kleidung zu trocknen war nur mäßig erfolgreich. Genau so der Versuch zu schlafen. Es war viel zu kalt, Sekundenschlaf, aufgewacht, schnell Richtung Feuer gelehnt, wieder Sekundenschlaf. Repeat.
      Unser Zeitgefühl hatte uns schon lange verlassen.

      Auch hier: Wir wussten nicht, wie viel Zeit wir haben. Zogen uns fast alle bis auf die Unterhose aus, versuchten die Nassen Kalotten zu trocknen. Nutzten unsre Wechseljacke und die Decken so gut es ging. Es war noch längst nicht alles durchgetrocknet, als einer der Ausbilder ins Camp kam. Zeitansatz fünf Minuten zum wieder ankleiden. Antreten. Die nächsten Übungen rollten auf uns zu. Es hilft sehr gut weiter nicht die Gesamtdistanz von 36 Stunden vor Augen zu haben, sondern sich von Aufgabe zu Aufgabe zu hangeln. Genau wie in OCRs. Ich glaube das hat unser Team auch so einzigartig gemacht: Die Majorität waren OCR (Hindernisrennen) Sportler. Wir wissen, dass keiner dauerhaft und in jeder Übung stark ist und wir unterstützten einander, wo es nur ging.

      Die nächste stark präsente Erinnerung ist: Widerstand gegen Befragung, allerdings war dies nur das Vorgeplänkel zur Befragung, denn diese wurde nicht durchgeführt. Schade eigentlich, hab da ein wenig Erfahrung ;) .
      Wie sieht das aus: Mitten während eines Marsches, immer noch stock duster, ein paar simulierte Explosionen/Schüsse, Schreie der Ausbilder "AUF DEN BODEN, mit dem Gesicht nach unten"..die komplette Gruppe lag da. Jeder Person wurden die Augen verbunden. Uns wurde wieder auf die Beine geholfen. Ein Ausbilder ganz vorn dran, jeder die Hände auf die Schultern der Vordermannes. Wir wurden dann in oder an einen Bunker geführt, sollten den Adler an der Wand machen. Die Kleidung war entweder immer noch vom Wasser klamm oder nass, der Schweiß der Übungen hatte den Rest getan. Innerhalb kürzester Zeit spürte ich die Strahlungskälte der Betonwand. Ich begann vor Kälte zu zittern. Keine Ahnung wie lang wir da standen. Eine gefühlte Ewigkeit. Es ist anstrengend einfach nur an einer Wand zu stehen, hätte ich nicht erwartet. In abwechselnden Rhythmen Sirenen, in einer Lautstärke, dass die Ohren klingeln (aber auch nicht schlimmer, als in einem Club zu stehen ;) ) Dann die Erlösung. DACHTE ich.
      Ich wurde in einen anderen Bunker geführt, sitzende Position auf einem Stuhl. Ca. 30-50 cm vor mir ein Flashlight/Stroboskop. Die Augenbinde wurde entfernt. Auch hier: Kein Plan, wie lang ich da saß. Ich merkte bei beiden "Übungen", dass mein Puls spürbar hoch ging, dennoch war ich mental ruhig. Ich versuchte mich auf die Kälte und die Anspannung einzelner Muskelgruppen zu fokussieren. Mein altes Schießtraining verinnerlichend den Puls per Konzentration und Atemtechnik wieder fast auf Normalniveau gebracht. Meine Gedanken fokussierend auf schöne Dinge im Leben. Irgendwann wurden wir wieder an die Wand gestellt. Das ging so mehrfach im Wechsel, immer mit irritierenden Geräuschen begleitet, keine Ahnung wie lang. Die Kälte war hart zermürbend.

      Im Anschluss wurden wir wieder blindfolded in einen Bunker geführt, uns wurden die Binden abgenommen, wir durften in diesem Bunker kommunizieren und uns bewegen. Es lagen drei Knicklichter auf einer Matratze, unter dieser eine Pappe. Fast alle bibberten vor Kälte. Nachdem wir uns irgendwie probierten aufzuwärmen beschlossen wir die Matrtaze über Eck in Brusthöhe an die Wand zu packen, um uns vor der Strahlungskälte zu schützen und vor ihr/an ihr eine Menschenkugel zu bilden. So hält man die restliche Wärme deutlich effektiver am Körper. Die Pappe legten wir unter unsre Füße. Selber Effekt. Auch hier lässt sich kaum bemessen, wie lang wir da standen und wir lange wir im Bunker waren. Alles war besser als das Stehen an der Wand. Unsre Kerntemperatur stieg langsam wieder, so auch unsere Stimmung.

      In verschiedenen Intervallen wurden wir über die komplette Zeit der 36 Stunden in unser Camp geführt. Dort bekamen wir meist etwas kleines zu Essen, was gerade mal reicht, um den Speichelfluss anzuregen und den Zuckerspiegel ein klein wenig zu heben. Aber im Vergleich verballerten wir das Zehnfache an Energie wären der Übungen. Wir teilten uns Epas und sonstige Kleinigkeiten zwischen zwei und vier Personen, je nachdem, wie viel zur Verfügung stand. Dabei probierten wir drauf zu achten, dass die mit höherem Energiebedarf (ich erinnere an "Riese" ;) ) auch ein wenig mehr Essen bekamen. Danke an die Gruppe an dieser Stelle :) Ist ja klar, dass ein knapp 90 kg Typ mehr Kalorien verballert, als einer 50 kg Frau..um mal ein Extrem zu nennen ;)

      Ab hier verschwimmt meine Erinnerung ein wenig, ich bekomme die Abfolge der nun folgenden Aufgaben leider nicht mehr ganz auf die Reihe. Eine schöne Überraschung war: Wir wurden am Samstag Morgen wieder an den Tümpel geführt und wir dachten schon so: Och nööö, grad alles fast trocken, da machen die uns wieder nass und kalt. NEIN! Stattdessen gab es einen großen Kanister mit Kaffee. Leider war das für alle toll, nur für mich nicht, da ich keinen Kaffee mehr trinke. Tee wäre hier echt nice gewesen. Aber egal, ich hatte dafür minimal größere Rationen manchmal ;) und die Stimmung der KAffeetrinker wurde deutlich besser.

      Nun, der Tag ging mit diversen Aufgaben weiter. Wir mussten in der gesamten Zeit die Hindernisbahn mehrfach überwinden. Alleine, zu zweit, als Gruppe, etc.. Es wurde von Mal zu Mal schwieriger. Selbst im Dunkeln und Halbdunkeln mussten wir drüber. Am Tag selbst haben wir mehrere Märsche gemacht. Mit unsrem "Kameraden Baumstamm". Gefühlte 150 kg Minimum. Ich als Längster der Gruppe hatte da mein Nachsehen, denn: Egal wo ich stand, das volle Gewicht lag auf meinen Schultern. Ich habe schon probiert mich so zu positionieren, dass das Gewicht gleichverteilt wird, aber das hat natürlich nicht immer geklappt. Wir waren Elf Teilneher/Innen, der Baum wurde also von fünf oder sechs von uns getragen. Drei Wechselmöglichkeiten: Auf Pfiff des Ausbilders alle ein mal durchwechseln, oder diejenigen, die es für nötig halte heben die Hand, um sich auswechseln zu lassen oder es wurden auf Kommando die Nummern getauscht (Nr. 3 tauscht mit Nr. 7 oder so halt)...jede Tauschmöglichkeit hat seine Vor- und Nachteile.

      Den Baumstamm legten wir irgendwann in der Prärie ab, stattdessen durften wir dann einen simulierten verletzten auf einer Faltliege tragen. Auch hier wurde durchgetauscht, wie es eben möglich war. Irgendwann wurde seitens der Ausbilder ein Witz über mein Teammitglied Gabriel gemacht, weil dieser sich in der Fernsehausgabe übergeben hat. Ich musste laut lachen. Doof. Man lacht nicht über Kameraden. Nun "durfte" ich das Frontteil alleine (normalerweise zu zweit) tragen und ich durfte nicht ausgetauscht werden. Tja..also so lange machen, bis die Tragepassage vorbei ist oder bis ich gar nicht mehr kann. Da Aufgeben keine Option für mich ist, habe ich bis zum Schluss getragen, die Arme waren gut leer gezogen dadurch. Egal..nächste Challenge: Auf dem Rückweg wieder den Baum aufnehmen. Zwischendrin aber noch ne Schikane: Ein Bachlauf sollte innerhalb des Baches durchwatet werden.Nein, NICHT gequert. Wir liefen, bis wir nur noch kalte Klumpen, statt Beine hatten. Kannte ich aber schon schlimmer vom Celtic Warrior, daher war das für mich recht easy. Andre hatten größere Probleme. Jeder musste aber an gewissen Teilen des Höllencamps mit sich kämpfen.

      Normalerweise ist es so, dass mindestens einer der Ausbilder an der Station des Ablegens des zu tragenden Gegenstandes schon steht und das Kommando gibt: "Vorne halt, links/rechts um, Gegenstand X ablegen"...nun..als wir an Anfangspunkt des Baumstammes ankamen, standen da die Ausbilder, wir freuten uns schon einen Ast in den Bauch das sack schwere Teil gleich ablegen zu dürfen, aber kein Kommando kam. Wir also stur weiter..das sind diese kleinen Mentalen Tricks und Kniffe, die einen echt zermürben können.

      Dann marschierten wir mit dem Baumstamm Richtung Tümpel. Ich ahnte, was da kommen würde: Der Tümpel war mit Flatterband abgesperrt. Dies war unsere "Haltelinie". Einige standen an dem Punkt ein bisschen mehr als hüfttief im Wasser, mir ging es knapp bis zur Hüfte. Die Gesamte Gruppe hatte den Baum geschultert. Auf Kommando dann hoch das Ding, halten, wieder runter...und das iterativ immer wieder. Ich habe keine Ahnung, wie lang wir da drin standen. Gefühlt eine Stunde. Die untere Körperhälfte war bei allen extrem Kalt. Hyperthermie willkommen ;) Aber es ging gerade noch so..irgendwann durften wir mit dem Stamm wieder raus und diesen endlich ablegen. Danach ging es wieder in unsere neue Heimat ;) Das Camp.

      Wir waren mittlerweile erfahrener. Ich schätze anhand des abgebrannten Feuers und des Sonnenstandes, dass es ungefähr 16 Uhr gewesen sein muss. Unsre Einteilung war fließend. Jeder kümmert sich um Feuer und Feuerholz, Trocknung der Kleidung, Feuerwache, usw..die Erschöpfung war enorm. Allerdings war es durch die Sonne deutlich wärmer. Geil..endlich konnte ich etwas schlafen. Alle schliefen zu dem Zeitpunkt irgendwann. Ich schätze es war 20:30 Uhr, als es mit der nächsten Aufgabe weiterging:
      Alle traten an, uns wurde die Aufgabe erläutert: Ein LKW mit Ladefläche, auf der zwei Ausbilder standen und Reifen runter schmissen, die wir wieder auf den LKW schmeißen mussten, OHNE, dass uns der hinter uns befindliche Ausbilder einholt. Sonst: Beginn von vorn.
      Ich fand diese Aufgabe sehr geil, ich konnte hier von Größe und Körperkraft, sowie Sprintvermögen profitieren. Leider klatschte mir der erste Reifen gegen das vorgeschädigte Schienenbein (ich hatte mir die Haut beim Celtic Warriror an einem Stein bis auf den Knochen runter aufgeschlagen, es war gerade so mal verheilt.....). Direkt gemerkt, dass das wieder auf war und blutete. Die Übung noch durchgezogen und mich dann vom Sani versorgen lassen. Es sollte für den Rest des Camps reichen, aber ich war somit angeschlagen. Ich war aber nicht der Einzige. Eine Kameradin hatte sich auch das Knie vorher schon angeschlagen. Eine Kameradin hatte irgendwann viel zu tiefen Zuckerspiegel und musste aufgepeppelt werden. Ein Kamerad hatte am Hang beim Hochlaufen einen Kreislaufzusammebruch..an dieser Häufigkeit kann man schon ablesen, dass das Höllencamp halt nicht ganz ohne ist. Vielleicht hatten wir aber auch einfach nur Pech. Als Gefährlich jedenfalls würde ich es nicht einordnen.

      Im Grunde habe ich Euch jetzt schon echt so richtig viele Details zu Höllencamp geliefert. An dieser Stelle soll es reichen.

      Wie das Ende aussah, enthalte ich Euch ganz bewusst vor, denn es soll ja noch Überraschungen geben ;)
      Eines kann ich allerdings sagen: Es war nicht, wie wir es erwartet hatten. Als es soweit war, hatten einige Teilnehmer echte Tränen der Freude und des Stolzes in den Augen. Und das, wie ich finde, ganz zu recht. Wir haben als Team durchgehalten, keiner hat eine Extrawurst gebraucht oder ist quer geschossen. Völlig Fremde wurden innerhalb von 36 Stunden zu Kameraden/Innen. Ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen und auf eine Wiederholung, denn das Höllencamp hat mich ganz sicher nicht das letzte mal gesehen!

      Mein persönliches Fazit: Ich habe mitgemacht, um zu sehen, ob ich dem noch gewachsen bin, um Grenzen zu erfahren und diese vielleicht zu verschieben. Ich habe, wie alle anderen auch, an einigen Zeitpunkten echt beißen müssen, dennoch kann es noch an mehreren Punkten noch ne Spur härter sein. Aufgeben war bei solchen Erlebnissen nie eine Option für mich, erst wenn ich über das Aufgeben nachdenke, wird meine tatsächliche Grenze erreicht sein. Es war dennoch eine echt krasse Erfahrung. Es hat mich Mühe gekostet als ältester Teilnehmer (38) mitzuhalten. Aber es hat funktioniert.

      Schlussendlich möchte ich Sven Flosse Schulz, seinem gesamten Team, Joytrip Holidays, dem Support der Mudbusters, sowie den Teilnehmern des X-Treme Höllencamps für eine geile Zeit DANKEN! Eine klare Empfehlung möchte ich aussprechen dort mitzumachen! Es ist eine wahnsinns Erfahrung!

      Bilder des Camps kann man auf meinen Social Media Profilen und den Profilen der anderen Teilnehmer sehen.

      Ich hoffe Ihr hattet Spaß beim Lesen und ich hoffe noch mehr, dass Ihr Euch durch den Bericht auch mal da dran wagt.

      Beste Grüße

      Das WonneBeasT
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