Die beste Strafe

    • Die beste Strafe

      Füllen wir mal das Sommerurlaubsloch mit einer kleinen Diskussion.

      Wenn ich an OCR denke, gibt es drei Dinge an die in meinem Kopf aufplopen: Matsch, gute Laune und Burpees.
      Burpees selbst gehören für mich zum OCR, wie Daniel Radcliffe zu Harry Potter. Man sieht ihn zwar auch mal in anderen Filmen, aber irgendwie gehört er immer zu Hogwarts. (Wow, für den Vergleich habe ich gerade 10 Minuten überlegt.)

      Nun, worauf ich hinaus möchte ist, dass Burpees zwar das Steckenpferd von OCR ist, aber ist es eurer Ansicht nach auch die beste Strafe für nicht bestandene Hindernisse?
      Es scheint bei einigen Veranstaltungen immer mehr in Mode zu kommen, auch andere Aufgaben sich auszudenken. Von zusätzlichen Carries über mehrere Kniebeugen.
      Andere Veranstalter können von Burpees gar nicht genug bekommen und stellen sogar die Frage in den Raum, ob es nicht sogar mehr sein darf. :D

      Findet ihr, dass Burpees ein Muss bei OCRs ist oder gehört ihr zu den Leuten, die sich auch in diesem Punkt über Abwechslung neben der Strecke freuen? Und wenn ja, welche Übungen findet ihr angemessen und gut? Vielleicht macht es für euch auch einen Unterschied, ob es um Strafen während einem Wettkampf oder in einer Open Heat geht?


      Ich finde, dass Burpees immer noch etwas außergewöhnliches hat. Mit erschrecken stelle ich immer wieder fest, dass es viele jahrelange Sportler und Fitnessleute gibt, die noch nie was von Burpees gehört haben. Insofern bleibt ein Hindernislauf sich dann auch bei den Strafen dem Gedanken "mal was neues ausprobieren" treu. Hinzu kommt, dass Burpees je nach dem, ob man noch frisch auf der Strecke ist, oder schon ein paar Hindernisse versemmelt hat, eine verdammt harte Strafe sein kann, die einen motiviert hält, trotzdem das nächste Hindernis zu schaffen.
      Andere Strafen haben mich immer ein bisschen aus dem Konzept gebracht, weil ich nicht genau wusste, wo man hin muss und was man machen muss. Klar, dann fragt man einfach einen Helfer. Aber bei Burpees, kann man direkt loslegen.
      Daher finde ich persönlich, können sich die Veranstalter auch mal was anderes ausdenken. Muss aber nicht sein. Für Wettkämpfe hingegen finde ich, sollten die Regeln so klar wie möglich sein und aus einem intuitiven Gefühl heraus finde ich Burpees dafür sehr gut.

      Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen. :thumbup:
      I'm sure it seemed like a good idea 4 months ago.
    • Ich finde man muss mal unterscheiden ob man den Bewerb zum Spaß läuft oder Elite läuft.
      Wenn es sich um Fun handelt kann das ruhig abwechslungsreich sein und es soll verschiedenste Strafen geben, Zwecks Spaß an der Sache und anreiz das Hinderniss zu schaffen.
      Bei einem Elite-Lauf halte ich von Strafen generell gar nichts. Schafft man ein Hindernis nicht sollte das zur Disqualifizierung führen. Keine Strafe macht das Rennen fair gegenüber demjenigen der das Hinderniss schafft. Es gibt hier dann keinen echten Vergleich mehr wenn man sich aussuchen kann ob man das Hindernis macht oder die Strafe. Einzige Ausnahme sehe ich hier bei Zielschießhindernissen ala Speerwurf/Bogenschießen usw. Hier kann man gerne Strafen beibehalten.
      Soviel zu meiner Meinung :D
    • Ich finde auch, dass da verschiedene Perspektiven beleuchtet werden müssen :)

      Für reine Fun-Läufer wie nen Tough Mudder finde ich bspw. die Regelung gar keine Strafe für das Überspringen gut.
      Warum? Ganz einfach: Man sieht es in den Opens beim SR oder auch bei Xletix häufig (wo das Funläufer-Niveau noch deutlich unter dem vom TM liegt), dass viele das mit der Strafe (30 bzw. 15 Burpees) nicht ganz so eng sehen.
      Deshalb finde ich es bei den eher spaßorientierten Läufen gut, wenn man ohne Strafe auskommt. Dazu zähle ich bei neben dem TM bspw. noch nen Fishermans.

      Bei Strong Viking (10 Burpees bei manchen Hindernissen / scheiß Lösung) und Xletix (15 Burpees) finde ich es irgendwo fair gewählt, dass Penalties bestehen, allerdings wird das Ganze eher semi kontrolliert bzw. von den Teilnehmern selber nicht allzu eng gesehen.
      Insgesamt ist das bei "Nicht-Wertungsläufen" in meinen Augen auch schwierig für Volunteers, die ganzen Penalties wirklich zu überwachen/zu erzwingen.
      Ich finde, dass das Penalty-Skippen in Deutschland etwas "schlimmer" als bei unseren Nachbarn (Holland, Belgien, Ostblock) ist, aber das kann auch subjektiv täuschen.
      Um das Problem zu lösen, könnten hier kreativere Strafen als der Allrounder Burpees zum Zuge kommen.
      Bestes Beispiel: Crabwalk. Ich durfte die als Penalty erstmals beim Predator Race in Tschechien machen... Je nach Schwierigkeit des Hindernisses (einfaches Hindernis = kürzere Strecke; schwieriges Hindernis = längere Strecke) muss eine entsprechend abgesteckte Strecke im Crabwalk durchgangen werden. Klingt einfach? Irgendwann ist das vor allem eins: Höllisch anstrengend und gerade bergauf echt fies.
      Diese sind auch für Volunteers einfacher zu kontrollieren (da vorgegebene Strecke statt ner individuell zu zählenden Anzahl).

      Beim Spartan Race finde ich die 30 Burpees eine faire Sache. Gerade bei der Elite/AG gibt's ja noch die Mandatory-Hindernisse, wodurch längere Hindernisse nicht durch absichtliches Burpee verkürzt werden können.
      Die Überlegungen aus der Winterpause die Strafe auf 50 zu erhöhen fand ich persönlich deutlich überhöht. Die 30 tun jetzt schon deutlich weh (was sie ja auch sollen), 50 am Stück wären in meinen Augen deutlich zuviel des Guten.

      fholzgethan schrieb:

      Bei einem Elite-Lauf halte ich von Strafen generell gar nichts. Schafft man ein Hindernis nicht sollte das zur Disqualifizierung führen. Keine Strafe macht das Rennen fair gegenüber demjenigen der das Hinderniss schafft. Es gibt hier dann keinen echten Vergleich mehr wenn man sich aussuchen kann ob man das Hindernis macht oder die Strafe. Einzige Ausnahme sehe ich hier bei Zielschießhindernissen ala Speerwurf/Bogenschießen usw. Hier kann man gerne Strafen beibehalten.
      Da fand ich ebenfalls das Predator Race sehr vorbildlich. Es gab für die Elite Mandatory-Hindernisse. Diese sind aber nicht wie beim SR eher einfacherer oder längerer Natur, sondern stellenweise richtige Brecher.
      Wer das Ding verkackt hat, hat das Elite-Bändchen abgenommen bekommen, wurde jedoch in der Open-Wertung weiter betrachtet und musste entsprechend weiter alle Hindernisse bzw. deren zugehörige Penalty machen.
      Allerdings sollte man dabei anmerken, dass die Opens bei einem Event wie PR ein ganz anderes Niveau hat, als es bei hiesigen SR, SVs und co.
    • Ich finde es sehr gut, wenn die Strafen, sollte es welche geben, dem Hindernis entsprechen. Am besten finde ich dabei eine unterschiedliche Regelung für gewertete Läufer (OCRSeries etc.) und Spaßläufer (alle anderen). Von stumpfen Burpees halte ich ehrlich gesagt dabei sehr wenig. Auch Strafen können abwechslungsreicher gestaltet werden. So, wie es bei den Rennen der OCRSeries gehandhabt wird, finde ich es sehr gut. Es gibt Pflichthindernisse und andere, die jeweils eine Strafe nach sich ziehen können.

      Unfair finde ich Strafen eigentlich nicht, denn jemand, der sehr gut laufen kann und schlecht an Hindernissen ist, der hat dann halt Zeitverlust durch Strafen, während ein langsamer Läufer, der gut an Hindernissen ist, einen Zeitverlust beim Laufen hat. Man sollte versuchen alle Dinge möglichst gut zu können. Darum geht es meiner Ansicht nach in diesem Sport. (Vielseitigkeit) Die Rufe nach immer härteren Hindernissen und Laufstrecken, die eher etwas von einem Parkplatzrennen haben, kann ich nicht verstehen.
      Grüße

      Claus
    • Hindernisläufe mit Obstacle-Penalties finde ich besser als die ohne. Da hat man ein Erfolgserlebnis, wenn man was geschafft hat, wo man eventuell scheitern kann.

      Nun habe ich aber auch eine Frage: Wenn ich die Tough-Mudder-Variante mit Zeitmessung mache, das heißt da "Tougher Mudder", muss ich alle Hindernisse absolvieren. Jedoch ist z.B. der Funky Monkey (Hangelhindernis über Wasserbecken) mega schwer, ohne baden zu gehen zu schaffen. Muss man in der Lage sein, den Funky Monkey zu schaffen, um ohne sein Zeitmesschip abzugeben (= Disqualifikation vom Wettkampf), ins Ziel zu kommen? Da war irgendwie von einer Wiederholongs-Lane beim Scheitern am Hindernis die Rede. Oder muss man da einfach nur eine Strafrunde laufen, falls man im Wasser landet oder beim Kong (weiteres Hangelhindernis) auf dem Crashpad?

      Weiß da jemand was, wie es beim Tougher Mudder ist?
    • Stimmt. Irgendwie bleibt das Yeay! aus, wenn es keine Strafen gibt.
      Bei manchen Teilnehmern fehlt da irgendwie der Antrieb, es zu schaffen. Das fand ich beim Muddy Angel Run etwas traurig. Dort gab es niedrige Hindernisse zum drüber klettern. Teilweise sogar mit Paletten davor geschoben, damit es noch einfacher ist. Und dennoch haben einige Damen nach einem ersten halbherzigen Versuch das Handtuch geschmissen und sind drum rum gelaufen. Klar, ist ein Fun-Lauf -- aber das ist ja nicht der Geist von diesen Hindernisläufen. Und dem ein oder anderen hilft eine Strafe (in welcher Form auch immer) ein "Versuch es ernsthaft" herauszulocken.

      @CCAA Bist du nicht der Tough Mudder-Experte? :D
      I'm sure it seemed like a good idea 4 months ago.
    • PatrickLinker schrieb:




      Nun habe ich aber auch eine Frage: Wenn ich die Tough-Mudder-Variante mit Zeitmessung mache, das heißt da "Tougher Mudder", muss ich alle Hindernisse absolvieren. Jedoch ist z.B. der Funky Monkey (Hangelhindernis über Wasserbecken) mega schwer, ohne baden zu gehen zu schaffen. Muss man in der Lage sein, den Funky Monkey zu schaffen, um ohne sein Zeitmesschip abzugeben (= Disqualifikation vom Wettkampf), ins Ziel zu kommen? Da war irgendwie von einer Wiederholongs-Lane beim Scheitern am Hindernis die Rede. Oder muss man da einfach nur eine Strafrunde laufen, falls man im Wasser landet oder beim Kong (weiteres Hangelhindernis) auf dem Crashpad?

      Weiß da jemand was, wie es beim Tougher Mudder ist?

      Beim Toughest Mudder in Berlin gab es für den Funky Monkey sowie für Kong/Kong Infinity eine Strafe. Allerdings war diese, meiner Meinung nach, etwas zu leicht. Was wohl auch der Grund war warum es einige erst gar nicht versucht haben und direkt ins Wasser oder Luftkissen gesprungen sind.
      Die Strafe bestand darin entweder eine ca. 200 Meter lange Strafrunde zu laufen oder mit einem kleinen Sack (Gewicht ca. 2kg) eine Runde von ca. 100 Meter zu bewältigen. Beim Kong Infinity waren es dann 2 Runden wenn man nicht bis zur Mitte gekommen ist.

      Disqualifiziert wurde man aber nicht wenn es mal nicht beim Hinderniss geklappt hat. Dann wäre die Finisher Zahl wohl auch sehr gering gewesen.
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