Gründung von OCR Vereinen

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    • Gründung von OCR Vereinen

      Hallo zusammen.

      Es bilden sich imemr mehr Vereine, ich spiele auch schon mit dem Gedanken einen zu gründen.

      Es sind viele Hürden zu nehmen, bis das möglich ist.

      Wo bekommt man wie Mitglieder her?

      Wo bekommt man wie Gelder her?

      Wo bekommt man wie Zulassungen für die Hindernisse?

      Wo bekommt man wie eine Örtlichkeit diese Hindernisse aufzubauen?

      Es gibt da verschiedenste Ansätze, von Stadtverwaltungsunterstützung bis private Gelder, bis etablierte Sportvereine, etc.

      Ich möchte alle bitte, an diesem Brainstorming teilzunehmen und ins Besondre diejenigen mit entsprechender Erfahrung diese zui teilen.
    • Die ersten Antworten gebe ich mir mal selbst:

      Voraussetzungen:
      • 7 Gründungsmitglieder
      • Eintrag Vereinsregister beim zuständigen Amtsgericht
      • Vereinssatzung beschließen und von allen 7 unterschreiben lassen

      • Protokoll mit folgenden Daten:
        • Datum und Ort der Gründungsversammlung
        • Namen der beteiligten Personen und ihre Rollen
        • Beschlüsse
        • Eckdaten der Gründungsmitglieder
        • Anwesenheitsliste
        • Unterschriften der relevanten Personen
      • Anmeldung beim Finanzamt und im Vereinsregister
      • Wahl vom Vorstand (einer reicht, empfohlen werden mindestens 2 Personen)
      • Gemeinnützigkeit prüfen (Steuervorteile) -> Förderung Sport ist geminnützig!
    • genau, stimmt meines Wissens nach alles so weit Noch als Ergänzung: die Eintragung ins Vereinsregister führt über den Notar

      Um als gemeinnütziger Verein anerkannt zu werden, muss das entsprechend beim Finanzamt beantragt werden. Man sollte in dem Zuge auch überlegen, den noch jungen Verein als Kleinunternehmen von der Umsatzsteuer zu befreien.

      ich finde diese Seite für den Anfang ganz hilfreich:
      vereinsknowhow.de/kurzinfos/leitfaden.htm


      Deine anderen Fragen sind nicht alle soooo einfach zu beantworten. aber ich geb mal meinen Senf dazu ab, alle Angaben ohne Gewähr ;)

      Mitglieder:
      Meistens ensteht so ein Verein ja aus einer (Trainings)Gruppe raus, das wären dann die ersten Mitglieder. Und dann hoffen, dass es weiter läuft. Werbung über Social Media, auf Events präsent sein etc. Wenn du zu Beginn gar nichts zu bieten hast, ist es schwierig. Viele sehen Vereine eher als Dienstleister (was könnt ihr mir bieten?), dabei sollte man es meiner Meinung nach eher als Start-up sehen (wie kann ich unterstützen, um gemeinsam etwas aufzubauen).

      Geld:
      Mitgliedsbeiträge, Spenden, Sponsoren suchen

      Und aus den beiden ersten Punkten ergibt sich schon die Problematik:
      Sponsoren bekommst du eher, wenn du viele Mitglieder, Erfolge und Bekanntheit vorzuweisen hast. Mitglieder bekommst du, wenn du eine gutes Angebot hast, z.B. Trainingsgelände. Das Gelände und die Hindernisse kosten aber viel Geld, wozu wir wieder bei den Sponsoren und Mitgliedern wären...


      Wie kommt man an ein Trainingsgelände:
      Bei der Stadt/Gemeinden anfragen, von Privat pachten oder auch einem bereits bestehenden Sportverein anschließen

      Zulassung für Hindernisse:
      Ein Gutachten durch Sachverständige macht aus Sicherheitsgründen eigentlich immer Sinn. Wenn du aber auf umzäunten Privatgelände bist, musst du dich nicht an die Vorgaben für öffentliche Spiel/Parcourplätze halten.

      Regelungen die zu beachten sind:
      BGB, Steuerrecht und je nach Trainingsgelände Spielplatz/Parcours-Norm


      und was du noch brauchst: viel Zeit, strapazierfähige Nerven, verständnisvolle Partner und das Glück, dass von Anfang ein super Team mitzieht und unterstützt wo es nur geht!
    • Mir würde spontan der Punkt "Werbung" einfallen. Das ist bei Gründungssachen immer sehr wichtig, kostet immens viel Geld und Zeit. Da Vereine gemeinnützig sind, findet sich oft jemand im Verein, der das hobbymäßig übernimmt ... das kann dann halt mehr oder wenig gut gehen ;D

      Allgemeine Werbung/Präsenz:
      - Logo
      - Flyer
      - Webseite
      - Facebookseite
      - Veranstaltungen / Auftritte / Stände
      - Schnupperkurse
      - Plakate
      - Mundpropaganda
      - Visitenkarten
      - T-Shirts
      - Goodies
      - Videos
      I'd rather learn to dance in the rain, than worry if I have an umbrella for the rest of my life.
    • Dann will ich auch mal, sorry hab die Seite schon ewig offen, aber bisher nicht die Zeit gehabt zum Antworten.

      Vorneweg, ich finde die Idee nicht schlecht, gerade als ich mit dem Thema angefangen habe (also "reinlesen") hab ich nach sowas Ausschau gehalten.
      Warum? Naja, irgendwie muss / soll ein Neuling ja Anschluss finden. Alleine laufen ist zwar möglich, macht aber eben nicht soviel Spaß (gerade wenn man neu ist).

      Ich sehe aber allgemein aber eben auch viele Schwierigkeiten bei der Gründung eines entsprechenden Vereins.
      Das Hauptproblem sehe ich in einer gemeinsamen Zielsetzung, mit der sich alle identifizieren können:
      - Willst du als Verein auf Zeit laufen?
      - Willst du die ersten Plätze anpeilen?
      - Oder eben "sportlich" aber auch mit Spaß unterwegs sein?
      - Oder ganz anders, willst du anderen Leuten helfen, die nicht so sportlich sind wie du?
      Viele unterschiedliche Ansätze und alles birgt Konfliktpotential bzw. Potential die Gruppe zu spalten, wenn die Ansichten differieren.

      Auch ist die Frage was der allgemeine Fokus des Vereins ist? Nur das gemeinsame Bestreiten von Läufen? Oder auch gemeinsame Trainings, Teambuildungs, usw.
      Ansonsten gibt es natürlich noch das Problem der Herkunft der einzelnen Mitglieder und vor allem der Häufigkeit und des Orts gemeinsamer Trainings (falls beabsichtigt).

      Aber kommen wir zu meiner Meinung zu deinen Punkten:

      "Wo bekommt man wie Mitglieder her?"
      Wie bereits angedeutet ein in meinen Augen schwieriges Thema. Viele trainieren ja bereits in unterschiedlicher Form, viele sind über ganz Deutschland verteilt, weswegen auch mit dem Freundeskreis nicht mal eben sowas aus dem Boden gestampft werden kann. Aber das ist nun mal in meinen Augen die einzige Möglichkeit. Ein Verein wo sich jeder online anmelden kann ist in meinen Augen nicht das richtige Konzept.
      Optimum: Ein kleiner (10-25 Leute?!) Haufen sich untereinander bekannter Leute, der bei jedem Event mit 1-x Personen anwesend ist.

      Wo bekommt man wie Gelder her?
      Ganz klar, die monetären Aspekte sind nicht zu vernachlässigen, fallen aber nur an, wenn du dein eigenes Trainingsgelände willst. Ansonsten eben ne Homepage (oder nur die sozialen Medien?), T-Shirts oder sonstiges Team-Merch, was aber durch jeden selber bezahlt werden könnte. Ggf. einmalige Kosten für nen Grafiker, etc.
      Ich persönlich bin kein Freund von Sponsoring. Wieso? Ganz ehrlich, wäre ich Privatunternehmer, würde ich so einen Verein nicht unterstützen. Wieso auch? Ich erhoffe mir dadurch doch was (Werbung) und diese dürfte gerade bei kleinen Freundes-Vereinen quasi gleich 0 ausfallen.
      Es wäre möglich das Traingsgelände auch zu "vermieten" oder an den Wochenenden für die Allgemeinheit zu öffnen... Aber ganz ehrlich, da musst du heutzutage schon ordentlich was auftischen, außerdem verursacht das extrem viel organisatorische Hürden und der finanzielle Nutzen wäre in meinen Augen auch nicht allzuhoch.

      Wo bekommt man wie Zulassungen für die Hindernisse?
      Wenn alles im "Privaten" bleibt, ist die in meinen Augen gar nicht erforderlich. Wenn für die Allgemeinheit (wie gesagt, in meinen Augen too much), dann kommen sicherlich TÜV und co. ins Spiel und das wird weder einfach, noch günstig (schätze ich).

      Wo bekommt man wie eine Örtlichkeit diese Hindernisse aufzubauen?
      Wenn du nicht gerade n riesiges Grundstück hast, wirds spätestens dann hier teuer... Und zwar richtig teuer ;)


      Alles in allem finde ich den Gedanken echt interessant, aber gerade mit eigenen Trainingsbereichen (vor allem größere Sachen, die nicht in nen Privatkeller kommen) wirds eben doch teuer.
      Auch ist der Aufwand für alle die "von was weiter weg kommen" auch für Trainings schon hoch und da musst du erst mal jemanden finden, der bereit ist, sein Training um die Ecke dafür zu opfern.

      Wenn du was aufbaust, ich kann einige Trainingsgeräte abgeben, die verstauben bei mir eh nur...

      Ansonsten bin ich für die Idee offen, aber eher nach folgendem Schema:
      - Wie angesprochen kleiner eingeschworener Haufen, Fokus auf gemeinsamen Läufen
      - Einmal im Monat größere Trainingsevents (Kletter- / Bouldernhallen), Jump-Häuser, Kletterwald, aber auch Spaß Events wie schwimmen oder Freizeitparks
      - Gemeinsame Trainings wo es sich anbietet
      - Gemeinsame Planung / Organisation von Touren

      Alles etwas unstrukturiert, aber hey...
      Soll ja ein Brainstorming werden, woraus ne Diskussion entstehen kann^^
    • Hi,

      schon mal danke für Euer Feedback. Es gibt ja auch Leute hier im Forum, die exakt das machen oder gemacht haben.

      Mir geht/ging es um: OCR Bonn (Oder Köln/Bonn). Also Leute vereinen, die bis jetzt allein laufen, Leute inspirireren, die noch nicht laufen (oder es sich überlegen), gemeinsame Trainings (für verschiedene Level ist das gut machbar), ein Trainingsgelände mit Hindernissen, die dauerhaft stehen.
    • Hallo Leute,
      also erst einmal muss ich sagen, dass ein Verein eine Vereinigung von motivierten Menschen mit den gleichen Interessen ist. Das heißt, ihr müsst für euer Hobby und Euren Verein brennen und Menschen finden denen es genau wie euch geht.

      Wir hatten bei der Gründung des OCR Munich e.V. den riesigen Vorteil, dass wir ein bereits funktionierendes Team die "Happy Spartans" hatten. Wir waren also bereits ein Team das schon über ein Jahr lang zusammen OCR Wettkämpfe gelaufen ist und sich schon sehr gut (über Jahre) gekannt hatte.

      Hätten wir das Hindernislaufgelände nicht von der Gemeinde Kirchheim erhalten, hätten wir auch keinen Verein gründen müssen. Aber aus rechtlichen Gründen musste das so gemacht werden.

      Die Gründung ist ein rein formaler Prozess der machbar ist. Die Arbeit beginnt DANACH!
      Mitgliederaufnahme, Betreuung, steuerliche Themen, Kommunikation mit den Mitgliedern, Sponsorensuche, Finanzen..... all das frisst sehr viel Zeit. Bei mir sind das wöchentlich über 8 Stunden. Und da ist die Zeit nicht mitgerechnet die ich als Trainer (ehrenamtlich) für den Verein arbeite.

      Wir verfolgen das Ziel, die OCR-Szene in München zu "bündeln". Das heißt, wenn es bestehende Teams mit Namen und Logo gibt, dann können die weiter bestehen bleiben und als "Abteilung" beim OCR Munich mitmachen. Der Sinn dahinter ist, dass keine Konkurrenz entsteht. Es ist dann nicht der Verein vom Team "xy" sondern der "gemeinsame Verein". Keiner verliert seine Identität und gehört doch zu einer regionalen OCR Gemeinschaft dazu.

      Zum Thema "Sponsoring" und "Mitgliedergewinnung" möchte ich auf die Ausführungen von Claudia weiter oben verweisen. Sie hat das sehr gut beschrieben und kennt das Thema sehr gut, da sie ebenfalls im Vorstand bei uns ist. Nur soviel..... Das Geld ist immer knapp aber es findet sich immer ein Weg wenn ihr gute Mitglieder habt. Nicht reiche Mitglieder, gute! Die Ideenvielfalt und die Bereitschaft, kostbare Zeit zu "opfern" muss da sein.
      Es kommt da natürlich drauf an was man als Verein möchte. Wenn ihr ein eigenes Trainingsgelände aufbauen und betreiben wollt, dann braucht ihr viel, sehr viel Geld! Selbst eine simple Holzwand kostet euch um die 500,- EUR (wenn ihr sie selbst aufbaut und die Hölzer direkt im Sägewerk kauft). Sonst wird´s noch teurer. Ein Rig kostet (selbstgemacht) weit über 3000,- EUR. Dies schreibe ich nur deshalb, damit ihr einen kleinen Eindruck erhaltet.
      Hinzu kommt die (haftungsrechtlich notwendige) sicherheitstechnische "Abnahme" eines Sachverständigen.

      Trotzdem lohnt es sich! Jeder gemeinnützige Verein ist ein wertvoller Bestandteil unserer Gesellschaft und unser Verein bietet unseren Mitgliedern eine Art "große Familie". Das ist einfach unglaublich, wasfür ein Zusammenhalt da entstehen kann wenn man fast jedes Wochenende auf dem Gelände steht und baut, danach miteinander trainiert und gemeinsame Wochenenden bei Rennen verbringt. Ich möchte darauf nichtmehr verzichten.
      Hey, das sind alles Leute die mindestens genauso leidenschaftlich brennen für OCR, Menschen die einen mit seinem "Tick" verstehen!

      Hinzu kommt, dass ich der Meinung bin, dass eingetragene Vereine die Basis für einen eventuell entstehenden OCR Verband bilden. Ich bin überzeugt, dass nur diese "Bottom-Up"-Strategie Substanz hat und funktionieren wird.

      Wenn ihr Fragen habt, sehr gerne!
    • Hallo in die Runde,

      jetzt mein Nischenbeitrag.

      Ich bin TÜV geprüfter Gutachter für Spielplätze und Sachkundiger für Parcoure. :thumbup:

      Ich bin total froh, dass ich von Anfang an auf den Zug im Verein aufspringen durfte. Ich gehöre zum OCR Munich e.V

      Wie Claudia schon sagt, braucht man viele Kompetenzen. Meine ist eine von Vielen. Da genügt auch erstmal Vertrauen. Wenn irgendwo eine Kompetenzlücke entsteht, findet sich jemand. Dies meine ich bei unserem Verein jedenfalls zu beobachten. In den Ballungsräumen hast Du vermutlich mehr Leute, und auf dem Land mehr Freiraum.

      Ich bin in unserem Verein im Bauteam. Glücklicherweise bin ich Hauptberuflich Architektin - habe viele Qualifikationen im Baubereich, bin ja mit 46 Jahren etwas älter und vernünftig und baue auch viele Kindergärten. Vom Kinderspielplatz zum Parcour ist es nicht weit. Deswegen habe ich für den Verein in einer 5 Tagesschulung den TÜV geprüften Sachverständigen für Spielplätze DIN 1176 gemacht. Kostenpunkt 1800 € (beruflich finanziert!).

      Eine Parcour Norm gibt es erst seit 2017!!!! DIN 16899. Die wird immer wieder zurückgezogen.

      Es ist so, wenn Ihr ein öffentlich zugängliches Gelände habt (so wie wir) muss auch die DIN 1176 (Spielplatz) in den wesentlichen Themenbereich eingehalten werden.

      In einem geschlossenem Gelände würde man sich leichter tun und die 16899 Parcour ist Richtungsgebend.

      Grundregel: Wenn jemand "stirbt" oder "Körperteile und -funktionen" verliert, sucht sich die Justiz einen Verantwortlichen. Alle anderen Verletzungen sind erlaubt. Der Verantwortliche ist der Vereinsvorstand. Und wenn dieser einen Sachverständigen hatte, auch der (also ich dash .)

      Aber DIN klingt alles zu technisch.

      Einfacher:

      Wo ihr Gefahr spürt = ist Gefahr!
      Der Gutachter (ich) weiß manchmal auch, wo Gefahr ist, ohne das ihr die spürt.

      Zurück zum Verein.
      Ja - es lohnt sich. Lauter Gleichgesinnte und Verrückte. Training. Gemeinsame Fahrten. Gemeinsame Läufe.

      Ich empfehle den Versuch! Unser OCR Munich e.V. ist einfach ein Gewinn.

      Wenns aus meinem Bereich Fragen gibt (also Sicherheit im Parcour :) gerne.

      Grüße Anett
    • WonneBeasT schrieb:

      Wenn man Schilder aufstellt "Nutzung auf eigene Gefahr, der Inhaber haftet nicht für Kinder" o.Ä. : Wie sieht es da mit Haftung im Falle einer Verletzung aus?

      Wie sieht es aus, wenn es ein (ggf. geschlossenes) Privatgelände ist?
      Leider kann man sich mit dem "Eltern haften für ihre Kinder" nicht so einfach aus der Verantwortung stehlen. Ich kann hier zwar nur für Österreich sprechen, ich denke aber, dass die Gesetzeslage in Deutschland ähnlich sein wird.

      Wenn das Gelände frei zugänglich ist, dann ist es egal ob privat oder nicht. Wenn sich dort jemand verletzt bist du dran! Du hast eventuell die Möglichkeit über Besitzstörungsklage oder Hausfriedensbruch auch etwas für dich rauszuholen, aber wenn die Person wie oben beschrieben Körperteile oder -funktionen verliert oder im schlimmsten Fall gar stirbt ist der Schaden weit höher als das, was du dafür bekommen würdest.

      Der Hinweis "Eltern haften für ihre Kinder" hilft dir insoweit nicht, wenn sich Kinder alleine in das Gelände bewegen. Von denen kann man nicht ausgehen, dass sie den Hinweis sehen bzw. verstehen. Bei jüngeren Kindern kann man den Eltern dann eventuell Verletzung der Aufsichtspflicht vorwerfen, aber wenn das Kind einen Schaden nimmt bist du trotzdem wieder voll dran.

      "Geschlossenes Gelände" ist da auch relativ. Es genügt z.B. nicht, wenn du nur eine Seil um das Gelände spannst, denn das ist nicht unüberwindbar. Da sind das Thema wieder die Kinder. Denen kann man nicht vorwerfen, dass sie wissen hätten müssen, dass sie unter dem Seil nicht durchklettern dürfen. Du musst dein Gelände so absichern, dass das Überqueren der Grenze wirklich ein Hindernis darstellt (hoher Zaun, hohe Mauer, etc.). Wenn du z.B. einen hohen Zaun mit einem Türchen machst, das Türchen aber nicht verschlossen ist, so das es einfach zu öffnen ist, bist du auch wieder dran.

      Bei uns wurde im letzten Jahr ein Naturspielplatz für Kinder errichtet. Da gab es lange Diskussionen diesbzgl. Im Endeffekt war es dann so (da das Gelände nicht versperrt ist und grundsätzlich von jedem betreten werden kann) ein Großteil der Spielgeräte wieder abgebaut bzw. umgebaut werden musst (kein Kletterhindernis höher als 30cm und lauter so Blödsinn). Also im Prinzip darfst du so gut wie gar nichts machen.
    • Erich schrieb:

      Leider kann man sich mit dem "Eltern haften für ihre Kinder" nicht so einfach aus der Verantwortung stehlen. Ich kann hier zwar nur für Österreich sprechen, ich denke aber, dass die Gesetzeslage in Deutschland ähnlich sein wird.
      Komplette Zustimmung. Diese Schilder sind rechtlich gesehen auch in D sinnlos, sie dienen allemals als Abschreckung.

      Wenn ich mich recht erinnere, ergibt sich deine Haftung aus §823 BGB Schadensersatzpflicht. Und Gesetze kann man nicht einfach mit Schildern aushebeln, dazu bräuchtest du einen Vertrag für den du wiederum die Unterschrift des Vertragspartner bräuchtest (das geht mit den Mitgliedern, aber nicht mit "Streunern", die das Gelände mal eben so nutzen).

      Anders sieht es wiederum aus, wenn du den Zugang einschränkst. Wer über eine Mauer klettert, um dein Trainingsgelände zu nutzen, begeht nicht nur Hausfriedensbruch sondern mindert auch deutlich seine Chancen auf Schadenersatz.
    • WonneBeasT schrieb:

      Wenn man Schilder aufstellt "Nutzung auf eigene Gefahr, der Inhaber haftet nicht für Kinder" o.Ä. : Wie sieht es da mit Haftung im Falle einer Verletzung aus?

      Wie sieht es aus, wenn es ein (ggf. geschlossenes) Privatgelände ist?
      Hallo WonnBeasT,

      zu diesem Thema mein Beitrag wie folgt:

      Vorweg nehmen möchte ich, dass ich "nur" Sachverständer / -kundiger bin. Kein Jurist. Jedoch bin ich mit dem Thema dadurch konfrontiert und gebe meine Erfahrungen gerne unverbindlich weiter.

      Haftung?
      Ich teile ReOne Meinung absolut, und kann nur unterstreichen. In dem Moment wie du dein Gelände nicht als Privatgelände einzäunst, ist es öffentlich. Damit gilt eine Verkehrssicherungspflicht. Einfache Begründung: Kinder können nicht lesen und Du kannst nicht voraussetzen, dass Kinder (insbesondere unter 12 Jahren) ein Rechtsempfinden haben.
      Wer haftet ist eigentlich auch relativ klar: Der Eigentümer des Geländes. Gibt der an einen "Betreiber" ab, dann der "Betreiber". Die Überlassung des Geländes wird in der Regel mit einer Vereinbarung, Mietvertrag geregelt. In dieser Vereinbarung werden üblicherweise auch die Art und Weise der Nutzung festgeschrieben. Wird ein Verein als "Betreiber" aktiv, dann ist es der Verein. Und hier die Vorstände.

      Betreiber?
      Im Bereich Hindernislauf kennen wir Übungsgelände, Wettkämpfe und so weitere. Im Bereich Kinderbetreuung gibt es eine Paralleldiskussion, die da lautet: Was ist eine private Gruppe was ist eine Betreibersituation. Meines Erachtens ist von einer Betreibersituation auszugehen, 1.) wenn du "Geld" nimmst 2.) wenn unerfahrene Leute, Anfänger etc. Zugang haben 3.) wenn unbeaufsichtigt Dritte Zugang haben.

      Privat oder Nicht Privat?
      Im Kinderbereich sagt man, bei 10 Leuten hört die "private" Gruppe auf. In unserem Bereich gibt es da keine Definition. Ich meine, indem Moment, wo Du geziehlt über deinen bekannten Freundeskreis hinausgeht, wird es mehr. Und das ist für mich ca. 20-30 Hindernissläufer und Vereinsgründung.

      Haftungsausschluss
      Meines Erachtens bei abgeschlossenen Geländen und bei Laufverstaltungen sehr sinnvoll. Dennoch, würden bei "grober" Provokation einer Verletzung meines Erachtens die Justiz dem "Betreiber" Fachkenntnis bezüglich erkennbarer " Gefahren für Leib und Leben" abverlangen. Deswegen fand ich beim Mudiator die zwei Container die gefühlt über 4 m dann auf eine Schrägwand führen, so schlimm - leichter Einstieg - enorme Höhe - beim Abgang erzwungene Bewegung - eine gefährliche Kombi.

      Grüße Anett
    Vielen Dank an unsere Partner für die Unterstützung !!!