Laufbericht zum Braveheartbattle am 11.03.2017

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    • Laufbericht zum Braveheartbattle am 11.03.2017

      Wie quasi seit 4 Jahren Tradition bei uns gingen wir am Wochenende wieder beim Braveheartbattle an den Start. Eine komplett neue Truppe, wir waren nur zu dritt, da krankheitsbedingt noch einer der Läufer am Donnerstagabend kurzfristig absagte. Naja, schade aber passiert halt. Rollenverteilung ganz klar: Ein Jungspund als Pacemaker (In 4 Stunden ist das doch zu packen), ein 49jähriger als Mitläufer (Ich laufe das in 5 Stunden, aber ankommen ist mir wichtiger) und ich als laufende Tonne hinterher (Ich schaffe das schon in 6 Stunden. Irgendwie halt). Freitagnachmittag um 1500 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Bischofsheim, Fahrzeit ca. 2 Stunden, daher die Anreise schon einen Tag vorher, die obligatorische Kiste Desperados auf dem Rücksitz. Auf dem Weg sammelten wir nach einigen Irrfahrten und dadurch bedingten Streckenbesichtigungen unsere Startunterlagen ein und konnten uns bereits ein kleines Bild von dem machen, was uns am nächsten Tag erwartet. Der Untergrund bei den Zelten war sehr matschig, die Duschen bestanden aus Duschcontainern, klarer Pluspunkt im Vergleich zu anderen Läufen. Nach einem weiteren Weizenbier im Festzelt fuhren wir ins Hotel nach Bad Kissingen und genossen weitere Hopfenhaltige Getränke und ein leichtes Abendessen (Rumpsteak mit Pommes und Salat) im Ratskeller, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.


      Am nächsten Morgen beschlossen wir nach dem Frühstück Richtung Oberwildflecken zu fahren, umgezogen hatten wir uns bereits im Hotel, um dann mit dem Shuttlebus zum Skilift Arnsberg I zu fahren, an dem der Start erfolgen sollte.

      Wir waren erwartungsgemäß früh da, trafen einige Bekannte und vertieften uns in ein paar Gespräche um die Wartezeit zu verkürzen. Das Umkleidezelt war gut gefüllt, es gab jedoch genug Platz um die Klamotten unterzustellen. Wir genossen das gute Wetter, die Sonne schien und es hatte ca. 10°C. Die Musik dröhnte aus den Boxen, die Stimmung am Start war super.

      Der Start verschob sich von 11:00 Uhr auf 11:15 laut Durchsage, der Masterchief wollte seine Läufer persönlich an den Starthang führen. Also erst einmal alle versammeln, dann einen Abhang runter, über die Zeitnahmematte und den Abhang wieder hoch. Da standen wir ganz brav und siehe da, das gleiche Spiel noch mal, diesmal mit dem Masterchief am Anfang. Warm war ich noch, also alles im grünen Bereich. Ab in die Startaufstellung, der Masterchief sprach das Gebet während wir auf den Knien vor ihm saßen, dann ging es gegen 11:30 Uhr los. Alle Mann, geschätzt 2400-2500 Läufer und Läuferinnen, gleichzeitig den Hang vom Skilift hoch und dann direkt zu den Schneekanonen. Wie, jetzt schon? Na gut, Augen zu und durch. Betonröhren zum durchkrabbeln und weiter ging es.

      Nach den Schneekanonen waren meine beiden Laufpartner in der Menge untergegangen und ich schloss mich einer anderen Gruppe an, die gemütlich den Berg hoch lief. Es folgte ein wenig Auf und Ab und wir kamen zur Sprungschanze. Kilometer 3, 30 Minuten, alles im grünen Bereich für mein Ziel, die Strecke in 6 Stunden zu packen. Naja, ich begrub es als ich die Menschenmenge sah, die auf den Treppen neben der Sprungschanze stand und gewartet hat weiter zu laufen. Der Weg hat etwa 20 Minuten gedauert, ein Vorwärtskommen war leider kaum möglich, und die abschließende Rutschpartie den Berg wieder hinab wurde auch durch viele Wartepausen auf Grund der viel zu großen Läuferzahl zu dem Zeitpunkt nicht gerade beschleunigt.

      Nach dem Auf und Ab im Wald ging es dann weiter den Kreuzberg hinauf. Eine Passage die technisch sehr anspruchsvoll und von der Wegstrecke her sehr steil war. Oben angekommen gab es freies Feld und dann endlich eine Verpflegungsstation. Sehr überfüllt, es war leider egal ob man bei den Getränken stand oder beim Krabbelhindernis Snowblind, die Schlange wollte nicht kürzer werden. Wieder ca. 10 Minuten Wartezeit. Danach ging es den Kreuzberg wieder hinunter.

      Der nächste Knaller kam bei den Matschlöchern. Diese waren diesmal an einer neuen Stelle ausgehoben und man freut sich auf die Abwechslung. Hier kam auch wieder der Spirit des BHB’s durch, jeder bekam Hilfe und man schaute nicht auf die Uhr, man half sich gegenseitig. Und das war teilweise auch bitter nötig. Danach ein paar Reifen zum Überklettern und etwas zum Krabbeln. Und dann wieder warten. Entweder bei den Soldaten um etwas zu trinken oder aber vor den Trucks, unter denen man durchkrabbeln sollte. Wartezeit wieder 15 Minuten. Naja, ging rum, hat mir durch den Schotterboden allerdings ganz schön an Knien und Unterarmen zugesetzt. Ich wollte ja unbedingt in kurzer Hose laufen. Blöde Idee. Danach noch eine kleine Strohpyramide und dann freute ich mich, bergab Richtung Bischofsheim zu laufen, ich kannte ja die Strecke vom letzten Mal. Dachte ich. Falsch gedacht. Der Masterchief hat einen erbarmungslosen Waldweg zu einem Kletterpark gefunden, den es mal wieder zu bezwingen galt. Auf einem Schild stand: Bischofsheim 5,4km. Also gar nicht weit, kann es ja nicht so weit bergauf gehen. Dachte ich, nächster meiner Fehler. Kurz mit dem linken Knöchel umgeknickt, aber nicht schlimm, also weiter. Oben angekommen gab es ein kurzes Kriechhindernis und eine weitere Verpflegungsstation. Überraschung: Es gab ein kühles Göller und die Bravetellabrote. Ich gönnte mir ein Wasser und einen halben Becher Bier, meine Zeit war eh im Eimer. Ein Blick auf die Uhr verriet mir: 6 Stunden, nicht zu halten. Km 10, 2:50 Stunden.

      Von hier oben ging es über einen schönen Trail gemütlich nach Bischofsheim runter, ein Krabbelhindernis mit Strom war noch zu bewältigen und jede Menge Gräben neben dem schön geteerten Weg, aber den wollten wir ja sowieso nicht laufen, ist ja das Braveheartbattle und kein Marathon. Wir fanden eine Betonröhre, also durch. Gehörte nicht dazu, wir hatten trotzdem Spaß. Ich habe mich fast verkeilt, war doch enger als gedacht. Auf dem Weg bergab mal wieder Zeit zu reden, da war ja noch Luft.

      In Bischofsheim erwarteten uns jede Menge Zuschauer, die uns lautstark anfeuerten. Hier sind unter anderem die 2xige Durchwatung der Brend angesagt sowie einige Kletterhindernisse. Mein persönliches Highlight waren allerdings die Container. Der erste mit Wasser gefüllt, in der Mitte ein Holzbrett drüber. Letztes Jahr nicht schlimm, es wurde keine Wasser nachgefüllt. Dieses Jahr immer noch bis auf 10cm unter das Holzbrett gefüllt. Also Augen und Mund zu und durch. Schade war das kalt. Ich hatte kurzfristig Schnappatmung und musste mich erst mal wieder sortieren. Der nächste Container war mit Sand gefüllt, nach dem Wasserbad fühlte man sich danach wie ein frisch paniertes Schnitzel. Die Strohpyramide hoch, noch einige Steinpaletten und Bierkisten zum überklettern, dann noch mal kurz in die Brend und den Abhang wieder hoch in Richtung Matschgruben. Hier hatte ich meinen ersten Krampf zu verzeichnen, ich glaube die kalte Brend hat mir mehr zugesetzt als ich gedacht hatte. Naja, vorsichtig weiter, ging schon irgendwie.

      Von Bischofsheim ging es dann über diverse Feldwege zurück zu den Trucks und den Matschlöchern, die es ein 2tes Mal zu bezwingen galt. Die machten jetzt ihrem Namen alle Ehre. Aber mit Teamwork gelang es uns, auch dieses Hindernis zu überwinden. Jetzt nur noch Laufen. Dachte ich. Gemütlich zum Ziel. Ich sollte das Denken einfach lassen. Es ging ein Stück bergab, ich hatte mit meinen krampfenden Waden zu kämpfen, aber ich hatte doch noch Ähnlichkeit mit einem Jogger. Und dann kam irgendwie der Berg nach Oben, den hatte ich letztes Jahr schon verflucht. Und ja, er war wieder so schlimm, so kräftezehrend. Ich konnte mich einer Gruppe anschließen, es erinnerte an den Wandertag einer Schulklasse, aber wir haben uns irgendwie Meter für Meter nach oben gequält. Der Masterchief fuhr vorbei und sagte uns aufmunternd dass es sich um die letzte Steigung handelt. Es kam ganz oft der Spruch: Große Schritte machen, dann geht es besser). Ich musste immer wieder grinsen. Naja, 4 weitere kleine Steigungen (O-Ton Masterchief: Das ist keine Steigung, das ist ein Huppel) waren wir dann entkräftet am Ziel und riefen nur noch nach Freiheit.

      Endlich im Ziel nach 5:22 Stunden stand der Masterchief und begrüßte die Finisher per Handschlag und umarmte jeden einzelnen um zur Leistung zu gratulieren. Ich war ziemlich fertig, meine Beine brannten und die Schürfwunden und Risse in Beinen und Rücken fingen an, sich deutlich bemerkbar zu machen. Aber das sind Verletzungen, die man gerne in Kauf nimmt und auf die man auch ein wenig Stolz ist, weil man einfach eins der härtesten Battles bezwungen hat. Mein Uhr hat leider mehrere tiefe Kratzer erlitten und das Band der Athletes for Charity hat den Kampf leider auch nicht überlebt, aber das kann man alles ersetzen.

      Einen meiner mit mir gestarteten Laufpartner (den Jungspund) habe ich kurz vor dem Ziel eingeholt, er hatte ein leicht schmerzendes Knie und konnte kaum noch vorwärts gehen, der zweite hatte die Tour nach 5:10 Stunden im Ziel beendet, also sein Ziel fast erreicht.

      Wahrscheinlich werde ich nächstes Jahr wieder an den Start gehen, wenn es sich zeitlich einrichten lässt. Alleine der Tradition wegen. Der Lauf hat seinem Namen (Durch die Hölle gehen) mal wieder alle Ehre gemacht, der Masterchief und seine Truppe haben echt gute Arbeit geleistet. Am letzten Berg hätte ich mir noch etwas zu trinken gewünscht, aber das war auch dieses Jahr nicht vorhanden. Hier gibt es ein wenig Nachbesserungspotential.

      Ich werde nach und nach ein paar Bilder einfügen, muss leider diesmal die Online-Bibliotheken durchforsten, wir hatten selber keine Zuschauer mit, die ein paar Fotos hätten machen können.
    • Ich glaub ich hab dich im Ratskeller am Vortag gesehen, kann das sein?

      Im Vergleich zum Vorjahr war ich leider enttäuscht vom BHB :/ fast 10km weniger Distanz.
      Für mich war es wohl das letzte mal, einfach zu viel Aufwand für das Event.
      Bilder
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