Strong Viking Water Edition Beast (19km) Nijmegen 18.6.2017

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  • Hallo! hi

    Dies ist mein erster Erfahrungsbericht, den ich in dieses Forum poste, und zwar zum Strong Viking in Nijmegen.

    Während ich bereits am 3.Juni 2017 meinen ersten Strong Viking in Wächtersbach lief, nahm ich nun zum zweiten Mal in Holland bei der Stadt Nijmegen am Strong Viking teil. Der Lauf in Wächtersbach wurde wegen Unwetter abgebrochen; bei so ca. 3/4 meiner Strecke (habe ebenfalls die Beast-Distanz gebucht) wurde ich vom Gelände geleitet. Dies war wirklich sehr frustrierend für mich X( , denn ich hätte gerne noch die anderen Hindernisse, darunter auch das schwere Hindernis(-System) "Varjagen Saga" gemacht und wäre gerne die Strecke vollständig zu Ende gelaufen. Zwar bekam ich Finisher-Shirt und das Armband für die Beast-Distanz, aber musste mich über ein Tag lang mit super-unangenehmer Frustration quälen. :cursing:

    Um nochmal zu meinen Wächtersbach-Lauf zurückzublicken, bevor ich zum Kernthema dieses Erfahrungsberichtes komme, möchte ich erwähnen, dass ich in Wächtersbach keine 10 Burpees (muss man machen, wenn man bei einem Hindernis gescheitert ist) bei den Hindernissen "Viking Battle" (ein Duell zwischen zwei Teilnehmern mit Schild und Schaumstoffkeule auf einen Balancierbalken) und den "Dragon Tails" (horizontal gespannte Seile, an denen man bestimmt über 20 Meter klettern muss) machen musste :) . Wobei die Dragon Tails beim Lauf in Holland im Gegensatz zu Wächtersbach (da waren sie so in der Mitte der Strecke) auf den letzten paar Kilometern der Strecke dran waren (siehe unten). Das heftigste "Hindernis" von Wächtersbach war auf jedenfall für mich der komplette Abbruch des Rennens; es war ja so 20 Minuten nach dem Abbruch wieder schönes Wetter. Ich kann es zwar verstehen, dass die Sicherheit der Teilnehmer vorgeht; aber da ich diesen Abbruch auch mit anderen negativen Erfahrungen aus meiner früheren Lebensgeschichte brachte (ich werde euch jetzt nicht erzählen, was für welche das sind, sonst wäre es dem ein oder anderen ein bisschen zu viel), wurde mein Ärger schier unerträglich hoch. assaultrifle dash

    Der Ärger klang aber ab und ich habe noch einmal eine gute Entscheidung getroffen: Ich buchte mir die Strong Viking Beast-Distanz für den Sonntag (18.Juni 2017) und dazu (etwas später, weil ich mir die Planung gut überlegen musste) noch eine Übernachtung im Mercure-Hotel direkt am Bahnhof Nijmegen mit Frühstück und der Bahnfahrt. Am Samstag davor bin ich angereist und konnte im Hotel nochmal Sauna in Kombination mit hoteleigenen Fitness-Ergometern genießen. Am Tag darauf ging es nach dem Frühstück per Taxi zu dem Gebiet (es war genauer ein See mit Wasserskianlage) mit dem Namen "Berendonck", an dem auch der Strong Viking war. Wie gewohnt dann einchecken, Gepäck abgeben und ein bisschen aufwärmen. Das Event wurde auch mit viel elektronischer Musik untermalt, was mein persönlicher Musikgeschmack ist. <3 Ab und zu konnte ich dabei auch wie in einer Diskothek dazu "abfeiern". Bald wurde ich schon zum Startbereich eingelassen, wo es noch ein Warmup und ordentlich Motivation für den bevorstehenden Lauf gab. Startschuss war dann um 10:40 Uhr.




    So war die Strecke in Holland aufgebaut


    Die erste Mauer im Startbereich ("Valhalla Walls" genannt), über die ich drüber musste, war nicht besonders schwer, da diese auch eine Trittsprosse hatte; ich konnte alleine überklettern. Nach einigen so etwa 100 Metern laufen mit Matschwasser kamen die "Dragon Ropes", das war Hochklettern an einen Seil; eigentlich auch nicht schwer, da die Glocke, die man zum Bestehen des Hindernisses läuten musste, sich in keinen 3 Meter Höhe befand. Es folgten "Carry a Viking" (gegenseiteig Huckepack tragen), "Log Road" (eine Parade aus Baumstamm-Hürden, die aber leicht zu überklettern waren) und ein paar Wasserhindernisse (Schwimmstrecke und einen mit Wasser beregneten Hügel namens "Water Hill", den man mit Seilunterstützung überklettern konnte). War eigentlich alles noch easy.

    Bei der anschließenden "Viking Battle" habe ich verloren und musste meine ersten 10 Burpees machen. Nun nochmal ein bisschen bei den "Muddy Hurdles" im Schlamm suhlen und beim "Mud Crawl" (unter Stacheldraht) robben, doch weitere 10 Burpees musste ich beim "Throw the Hammer" machen; da musste ich mit einen Hammer auf Zielscheiben werfen, verfehlte aber. Einmal beim "Bridge Jump" ins Wasser springen, bei den "Balance Bars" über einen Balken mit kleiner Wippe drauf balancieren und beim "Raise the Sail" ein recht schweres Gewicht paar Meter am Seil nach oben ziehen konnte ich ziemlich gut meistern. Noch mehr Schlamm gab es etwa bei den "Mud Trenches". Das Hindernis "Langhus" war eine geneigte Wand mit Seil dran; auch da habe ich Teamwork erfahren ;) . Die "Monkey Bars" war eine einfache Hangelleiter, die ich ohne Strafburpees durchhangeln konnte. Typische Wikinger-Tätigkeiten wie "Hammer Banger" (einen Baumstamm mit einem Hammer bis zum Anschlag durchschlagen), "Carry the Shield" (Hammer und Schild über eine gewisse Strecke tragen) und "Storm the Castle" (eine Halfpipe hochrennen) meisterte ich ebenfalls mit Bravour. Nach dem "Flying Ragnar", ein Hindernis, bei dem man in etwa 2 Metern Höhe über dem Wasser schwingt, war das Programm für die kurze Lightning-7km-Distanz zu Ende, aber für mich ging es weiter.

    Ich beginne, beim Hindernis "Flying Ragnar" Schwung zu holen und...



    ... verfehle die Glocke knapp

    Noch war ich ziemlich fit und konnte den "Bucket Carry", das Tragen eines mit Sand gefüllten Eimers, bestimmt so 100 oder 200 Meter lang, bewältigen. War schon nicht unerheblich anstrengend, aber immerhin doch geschafft. Beim "Fjord Drop" ging es eine Wasserrutsche mit Schanze runter; mental war es für mich kein Problem, da ich schon viele Wasserrutschen im Schwimmbad gerutscht bin und ich auch Wasserrutschen liebe. :love: Ein Anderer Mut-Test wartete dann bei "The Iceman", ein Wasserbecken, wo man unter einer kleinen Hürde hindurchtauchen musste. War eine schöne Erfrischung und auch nicht schlimm. Mit "Mud Mile" nochmal dreckig werden und auf den "Viking Dips" mit dem Unterarmen auf zwei Stangen abstützen und drauf fortbewegen war vollkommen in Ordnung. Aber beim "Thor's Lightning" musste ich ein Metallring um einen elektrisch geladenen Draht führen; da hatte ich zu zittrige Hände; dieses Hindernis liegt mir einfach gar nicht. 10 Burpees machte ich dort zusätzlich. Obwohl ich dieses Hindernis überhaupt nicht mag, denke ich trotzdem optimistisch, dass ich es irgendwann schaffen werde;

    und danach ein weiteres Erfolgserlebnis hätte ;) .

    Nun ging es in den Bereich, der nur für die Beast-Distanz vorbehalten war. Bei dem Hangelhindernis "Gunnor's Ropes" erlebte ich erneut 10 Burpees; irgendwie war es echt schwer, während man sich hangelnd an den Enden eines Seiles festhielt, das Seil über ein Gerüst zu bringen. Es kam schon etwas hügeligeres Gelände und auch "Thor's Oddysee", das große Sandsackschleppen über viele 100m Entfernung hoch und runter und auch noch über Hürden zum Durchkriechen und Drüberklettern ("Over and Under" genannt). Es war viel mehr als ich dachte, denn in Wächtersbach war dasselbe Hindernis wesentlich kürzer :evil: . Als die schier endlos vorkommende Sandsackschlepperei zu Ende war, kam die "Strong Wall", eine Wand mit Löchern drin, eine Laufpassage, in der ich merkte, dass nicht nur meine Beine schwerer wurden, sondern meine Knie anfingen, weh zu tun (man nennt sowas auch "Läuferknie") und später noch "Conan's Wheel", ein Gewicht an einer Stange, die man einmal im Kreis herum führen musste. Der Beast-Sektor ohne "Varjagen Saga" schloss mit "Gunnor's Struggle" ab, einen Hangelhindernis, bei dem man an einer Stange hängend, sich über kleine Absätze wuchten musste. So knapp bis zur Hälfte schaffte ich das, doch dann berührte ich den Boden und musste das 5.Mal Strafburpees machen.

    "Die letzten 5 Kilometer werde ich schon noch locker schaffen" war mein Gedanke. Doch mein Knie schmerzte immer mehr. Beim "Weaver", einen Gerüst aus Baumstämmen, wo man abwechselnd drüber und hängend drunter musste, kam ich von der Technik her nicht weiter -> 10x Burpee-Übung. "Water Crossing" (durch das Wasser mit paar Baumstämmen im Weg) und "Tyre Flip" (einen Traktorreifen mehrmals umwerfen) waren für mich kein Problem, doch bei den "Water Hurdles", einer Flussdurchquerung mit Baumstamm-Hürden habe ich einmal die falsche Technik benutzt und bekam Krämpfe im rechten Bein. Jedoch raffte ich mich auf und machte weiter. Der "Rope Climb XL" war ein dickes Tau zum Hochklettern; da gab es bei mir keine Burpees :) . "Haystack" war eine Pyramide von Heuballen, die zu überklettern waren; das war eigentlich einfach. Dieses Hindernis hat gut zum Bauernhof, an dem man vorbeigekommen ist, gepasst. Die "Walls 2.0" waren drei zu überquerende Wände mit unterschliedlichen Neigungen, wo ich die überhängende Wand ganz alleine überwinden konnte. Danach gab es noch den "Water Cage", einen Wasserbecken, wo nur paar Zentimeter darüber ein Bauzaun ist. Fand ich etwas unangenehm, da mir da Wasser in die Nase gekommen ist. Auf den letzten Kilometern gab es bei den "Log Drag" Hölzer, die man über eine Strecke ziehen musste (war ganz einfach), bei den "Muddy Trees" eine gehörige Portion Schlamm, bei den "Dragon Tails" über einen See gespannte Seile, wo ich mich nach einigen Metern dran klettern doch für 10 Burpees entschied (wollte meine Kräfte bisschen schonen) und bei den "Sled Pull" mit Sandsäcken beschwerte Schlitten, die man über eine Strecke ziehen musste (geschafft). Meine zunehmenden Beinschmerzen ließen Bedenken übrig: Kann ich bei "Varjagen Saga" alles schaffen? :?: :/

    Vor dem Hindernissystem "Varjagen Saga" kam noch der "Platinum Rig", ein Gerüst mit Ringen zum Besteigen und Hangeln und andere Hangelelemente. Da habe ich Probleme gehabt und musste zur Strafe einen Sandeimer, der viel schwerer war als beim "Bucket Carry" schleppen; dafür aber weitaus kürzere Schleppstrecke. Und dann war das große Finale für die Beast-Läufer da: Die "Varjagen Saga". Es gab bei diesem Hindernis die folgenden Abschnitte:

    1. Eine angeschrägte Wand hochlaufen.
    2. Über eine Lücke an eine Stange springen.
    (Das habe ich noch gut hinbekommen.)
    3. An sich drehenden Rädern hangeln; gab nochmal 10 Strafburpees für mich.
    (Ich dachte, ich sei fast im Ziel. Doch ich musste mich noch einmal durch eine echt spartanische Sache durchkämpfen =O und zwar:)
    4. Sandsack tragen und unter Stacheldraht mit dem Sandsack durchrobben, dann über viele recht hohe Hürden drüber (abwechselnd Sandsack rüberwerfen und rüberklettern) und schließlich mit dem Sandsack durch eine dunkle Enge Röhre durchrobben.
    (Das habe ich alles mit viel Mühe hinbekommen.)
    5. Mit Holzstöckeln an einem gelochten Brett ganz oben hangeln, dann an Ringen hangeln->Weil ich da scheiterte, beschloss ich, noch ein Workout mit 20 Burpees zu machen.

    Zum Schluss waren noch die "Walhalla Steps", drei treppenartig angeordnete Wände, die ins Ziel führten, zu überklettern. Dort merkte ich Krämpfe auch im linken Bein, doch kam dank anderer Teilnehmer gut hoch. Ich war im Ziel echt stolz auf mich, das volle Programm der Beast-Distanz machen zu können und bewältigt zu haben. :D 8) Die Beast-Distanz habe ich in ziemlich genau dreieinhalb Stunden bewältigt. Mein zweites Beast-Armband und ein Bier habe ich mir echt verdient beer . Die zweite Variante des Finisher-Shirts habe ich mir auch geholt.



    Mein Finisher-Foto

    Definitiv war dies das härteste in meiner Laufkarriere (habe schon vier andere Hindernisläufe, zwei 10km-Volksläufe und einen Halbmarathon gemacht)! Die Knieschmerzen besserten sich im Laufe der letzten Tage. Der darauffolgende Muskelkater im ganzen Körper war für mich ein gutes Zeichen: Ich habe ein außergewöhnliches Workout gemacht.

    Fazit: War ein extremer Spaß allein schon wegen dem Warmup-Programm und der musikalischen Untermalung gewesen. Auch die Organisation war top. Es scheint mir so, dass meine Strong Vikings Körper, Geist und Seele stärken. Die hohen Kosten (Hotel und Anfahrt mit einbegriffen) haben sich wirklich gelohnt. Werde auf jedenfall weitere Strong Vikings laufen und strebe die Varjagen-Medaille (bekommt man für 4mal Beast-Distanz laufen) an. ;)

    Die nächste richtig große Herausforderung für mich wird Mitte September der MudMasters Marathon nahe Hamburg sein.

    Viele liebe Grüße wünscht euch
    Patrick

    776 mal gelesen

Kommentare 3

  • WonneBeasT (Mudbusters) -

    Ich konnte den Lauf gut nachempfinden, aber ich bin den am WE ja auch 2 mal gelaufen ;) Du musstest hart viele Burpees machen, kein Wunder, dass Du krämpfe bekommen hast ;) Glückwunsch zum finishen! Der Vollmarathon in HH..überleg Dir das sehr gut, wenn Du hier "schon" Knieschmerzen hattest..dann solltest Du ganz klar gutes Stabilisierungs- und Aufbautraining machen. Leider war der Fjorddrop bei mir gesperrt am Samstag, dafür habe ich mir an Sonntag durch den Sand und freien Oberkörper direkt doppelt Spaß abgeholt: Drei Schürfwunden am Rücken und ein Rückenplatscher am Wasser ;)

    • PatrickLinker -

      Danke für deinen Kommentar und auch vielen Dank für den Like! Insgesamt waren die Anzahl der Burpees nicht höher als bei meinen Spartan Sprint 2015. Da waren 3 Hindernisse, bei denen ich jeweils 30 Burpees machen musste.

    • WonneBeasT (Mudbusters) -

      Das geile ist: Man wird jedes Mal etwas besser..zumindest geht es mir so..Samstag habe ich jedes HIndernis allein gemacht (weil ich keine Lust auf warten hatte), außer halt das gegenseitig schubsen..musste insgesamt nur 10 Burpees machen (Dragon Tail mal wieder....)

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