Spartan Race Sprint in Svit - Der Bericht

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  • Winter Spartan Race in Svit (Slovakei) - Der Bericht
    Mein erstes, richtiges Winterhindernisrennen habe ich für den 23. Januar 2016 im Slovakischen Svit geplant. Dort sollte das Spartan Race (Sprint) am Fuße der hohen Tatra stattfinden, die Vorzeichen waren also sehr spannend. Die Slovakische Republik grenzt an Österreich, Tshechien, Ungarn, die Ukraine und Polen. Es handelt sich also um einen klassischen, europäischen Binnenstaat. Die Hauptstadt Bratislava liegt an der Grenze zu Österreich und von meinem Wohnort (München) bis dorthin sind es etwa 500 Kilometer Wegstrecke, an Salzburg, Linz und Wien vorbei bis nach Bratislava.
    Ich sitze also am Freitag Nachmittag in meinem Auto, längst ist es schon dunkel geworden und ich fahre auf trockener Fahrbahn an Wien vorbei. Bereits 5 Stunden Fahrt habe ich in den Knochen, doch die Vorfreude ist riesig als ich das erste Mal in meinem Leben die (offene) Grenze zur Slovakei passiere. Unmittelbar nach der Grenze sehe ich die Lichter der 420.000 Einwohner Stadt Bratislava, die gleichzeitig auch Haupstadt der Slovakei ist. Alles sieht modern aus, riesige Werbetafeln internationaler Konzerne zeigen, dass die Marktwirtschaft auch in der Slovakei Einzug gehalten und den Kommunismus abgelöst hat.

    Auch wenn ich schon viele Kilometer gefahren bin, so liegen trotzdem noch weitere 320 Kilometer bis nach Svit vor mir. Die kleine Stadt Svit liegt im Nordosten der Slovakei, ungefähr 200 Kilometer von der noch weiter östlich gelegenen Grenze zur Ukraine entfernt und grenzt an die Stadt Poprad. Svit wurde erst im Jahr 1934 gegründet und ist die Abkürzung für Slovenské vizkózové továrne (Slovakische Viskosefabrik), zurückzuführen auf den Konzern Bata, welcher damals eine Siedlung für seine Arbeiter errichten lies. Da das Hotelangebot in Svit begrenzt war, habe ich mein Hotel im nahegelegenen Poprad reserviert, und dahin bin ich unterwegs.



    Ich fahre also durch die Nacht auf der Autobahn (in der Slovakei gelten 130 als Maximalgeschwindigkeit) und freue mich über jeden Kilometer den ich näher an mein Ziel komme. Langsam schieben sich die ersten Ausläufer des Tatra Gebirges in mein Blickfeld und ich bin überwältigt! Bei Vollmond begleiten mich mystisch anmutende Bermassive deren Größe ich nur erahnen kann und ich fühle mich demütig beim Durchfahren durch ihre Schluchten. Mein Temperaturanzeiger macht mir Sorgen, denn die Temperatur fällt stetig, so dass ich bereits mit Entsetzen sehe, dass es bereits -10 Grad kalt ist, Tendenz fallend. Kurz vor Mitternacht komme ich in meinem Hotel in Poprad an und die Temperaturanzeige bleibt bei -19 Grad Celsius stehen. Das wird ein echtes Winterrennen morgen Früh! Brrrrrr

    Ich falle in mein Bett und bin nach neuen langen Stunden Autofahrt bereits nach 5 Minuten eingeschlafen und gleite in das Reich der slovakischen Traumspartaner. Ungläubig höre ich wenige Stunden später den Wecker klingeln, welcher mich zum Frühstück ruft. Pünktlich um 07:00 Uhr erscheine ich im Frühstücksraum und sehe, dass ich nicht der einzige Spartaner hier bin. Ein kurzes Frühstück aus Haferflocken, eine Tasse Kaffe, dazu einen O-Saft und los geht´s zur Registrierung nach Svit.




    Dort angekommen schlägt mein Herz trotz der -17 Grad Außentemperatur höher, denn ich erblicke das erste Mal das Eventgelände mit der (typisch für´s Spartan Race) sehr gut organisierten Registrierung. Ein paar Eindrücke vorweg.....






    Nun sehe ich das erste Mal eines der neu angekündigten Hindernisse des Spartan Race, eine Kombination aus Querstangen und Ringen an denen man sich entlanghangeln und schwingen muss, um sich die 30 Burpees zu sparen.



    Das "Corpus Delikti", welches mich später 30 Burpees kosten wird :)

    Die Registrierung dauert keine 5 Minuten und schon habe ich den Zeitnehmchip (der diesmal um das Handgelenk getragen wird), meine Startnummer und alles andere was man so braucht. Ich starte heute Elite! Nicht wegen meinem Leistungsniveau sondern weil diese Gruppe bereits um 09:00 Uhr startet und ich dann mehr Zeit für die Heimfahrt habe. Dementsprechend aufgeregt bin ich auch. Die Jungs sind total nett und ich treffe ein paar alte Bekannte aus Tirol. Die Jungs aus der Tschechei waren mit mir Leidensgenossen beim Spartan Race Beast 2015 in Tirol. Es war schön, sie wieder zu sehen und mit ihnen vor dem Start ein paar aufmunternde Worte zu wechseln.

    Startschuss Spartan Race SPRINT in Svit 2016


    Der Startschuss fällt und wir laufen durch eine dichte Qualmwolke (das roch wirklich wie echter Rauch aus einem Holzfeuer) durch, endlich geht´s los! Die Schnellen ziehen mächtig an, doch nach wenigen Metern beginnt ein Anstieg der für alle "Hiken" statt Laufen bedeutet. Die eiskalte Luft brennt in unseren Lungen und ich atme durch ein Tuch. Im Vorfeld hatte ich schon vermehrt von Rennen in der Kälte gelesen und wie kraftraubend das Atmen bei eiskalter Witterung sein kann, nun sammle ich eigene, echte Erfahrungen. Dafür bin ich dankbar, auch wenn mir das erst nach dem Rennen bewusst wird. ;)
    Der Anstieg ist gute 400 Meter lang, aber er fühlt sich viel länger an. Oben angekommen geht es dafür gleich auf einem anspruchsvollen Trail-Pfad hinunter, ich mache Zeit gut und überhole viele andere Starter. Bergablaufen kann ich :D
    Vor mir liegt eine riesige Flachebene und ich sehe zahlreiche Hindernisse. Konzentriert erwarten uns Walls, Balancierbretter (die waren wirklich nur ca. 2cm dick, vereist und gingen nach oben ;( ). Ich war so froh, dass ich nicht schon hier die ersten Burpees machen musste! Weiter geht´s mit einem neuen Hindernis. Es handelt sich dabei um zwei in Brusthöhe angebrachte Parallelstangen (ähnlich einem Reck) über die man im Armstütz wandern muss. Easy, das kann ich!



    Nach einem weiteren Kilometer Laufstrecke und mehreren kleineren Hindernissen kommen wir in den Wald und dort warten die Ropeclimbs. Ich freue mich, dass wir das gut trainiert haben und so stellen die keine echte Herausforderung dar! Check.
    Es geht wieder bergauf, wieder muss ich Laufpausen einlegen! Ich muss wirklich mehr an meiner Berglaufkompetenz arbeiten! :/ Das Gelände ist abwechslungsreich, hat genügend Anstiege, aber machbar.
    Nach einem erneuten Bergablaufen müssen wir eine Halfpipe von außen erklimmen, dann runter rutschen, die Wölbung wieder nach oben und dann hinten wieder runter springen. Love it! Solche Hindernisse zeigen mir, warum ich diesen Sport so liebe!
    Wir laufen weiter, und meine Uhr zeigt mir, dass wir bereits über 4 Kilometer Laufstrecke geschafft haben, trotzdem ist das Ziel noch in weiter Ferne. Wir müssen wieder mehrere Walls überwinden, nun auch die schräge Variante mit dem Seil als Hilfestellung und die Variante die ebenfalls schräg ist, jedoch von Hinten bestiegen werden muss und dann im "Slide" wieder abgestiegen wird, bewältigen. Der Fluß durch den wir müssen ist zum Glück zugefrohren :thumbsup: und bald laufen wir wieder nach oben in einen Wald.
    Dort erwarten uns so komische kleine Zielscheiben (ca. 35cm Durchmesser). Bald wird mir klar, dass dies unser Ziel für die in perfekter Rundung zu formenden und in möglichst gezielter Beschleunigung zu werfenden Schneebälle sind. 30 Burpees, jeder Einzelne eine Ehrensache!

    Nun müssen wir mit einem schweren Sandsack auf den Schultern den Berg ca. 50 Meter hoch, dann auf der anderen Seite wieder runter (was ich auf dem Schnee rutschend sehr kräfteschonend erledige). Nicht ganz so einfach sind die Eimer mit Steinen gefüllt, die ebenfalls einen Parcour getragen werden müssen. Mann sind die dick! Aber auch das geht.

    Wir rutschen einen Schneeberg hinunter und da liegt die Königin der Hindernisse, die beschriebene, neue Form der Monkeybars vor uns! Ich gebe alles, scheitere aber an dem vorletzen Ring (der vereist war) und darf kurz vor dem Ziel nochmal 30 Burpees machen!
    Der Hüpfer über das Feuer hat Spaß gemacht und ich darf stolz meine Medaille und die Winteredition (mit langen Ärmeln) des Finishershirts in Empfang nehmen! Aroooo!



    Ich freue mich über die nächsten 20 gesammelten Punkte für meine Aktion #1000Hindernisse !!! Nun sind es nur noch 955 :thumbsup:

    Fazit:
    Die Veranstaltung war mit viel Liebe organisiert, die Gegend einfach traumhaft aber die Anfahrt sehr, sehr weit! Hier wäre ein tolles Gebiet für einen "Beast"! Dann würde es sich auch eher lohnen bis dorthin zu fahren! Für mich hat das Rennen aber gezeigt, dass die hohe Tatra eines meiner nächsten Urlaubsziele sein könnte! Es ist einfach traumhaft dort!

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Kommentare 1

  • spartina -

    Ich habe so lange überlegt ob ich mitmachen soll, zu lange. Vielen Dank dass Du mich mit diesem Bericht mitgenommen hast. Viel Erfolg weiterhin.

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